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Registrierung beruflich Pflegender
12.04.2017 09:41 Alter: 101 days
Kategorie: Pflegefachlichkeit

Es geht voran in Niedersachsen

In Niedersachsen ist die Pflegekammer ein gutes StĂŒck vorangekommen. Am 27.MĂ€rz 2017 trafen sich die Mitglieder des Errichtungsausschusses zu ihrer konstituierenden Sitzung und wĂ€hlten einen fĂŒnfköpfigen Vorstand. Vorsitzende wurde die Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin Katrin Havers.


Eine Vielzahl von Einzelbewerbungen und VorschlĂ€gen von VerbĂ€nden waren fĂŒr die Berufung der Mitglieder des Errichtungsausschusses beim niedersĂ€chsischen Ministerium fĂŒr Soziales, Gesundheit und Gleichstellung eingegangen. 20 Pflegefachpersonen aus allen drei Berufsgruppen (Altenpflege, Gesundheits- und Krankenpflege sowie Gesundheits- und Kinderkrankenpflege) wurden von Ministerin Cornelia Rundt berufen. Der Errichtungsausschuss hat ein Jahr Zeit, die erforderliche Infrastruktur fĂŒr die Pflegekammer zu entwickeln. Dazu gehören die Verabschiedung der Satzungen und der Wahlordnung, sowie die Registrierung der wahlberechtigten PflegekrĂ€fte. Bis zum 1. April 2018 muss die Wahl der Mitglieder fĂŒr die NiedersĂ€chsische Pflegekammer abgeschlossen sein.

Die Pflegekammer in Niedersachsen ist nach Rheinland-Pfalz und Schleswig Holstein die dritte Pflegekammer in Deutschland. Ihre Errichtung basiert auf einer reprĂ€sentativen Befragung im Jahr 2012, in der sich zwei Drittel der Befragten fĂŒr die Pflegekammer ausgesprochen hatten. Die GrĂŒndungskonferenz nahm ihre Arbeit am 28. Juli 2015 auf, bereitete die Bildung des Errichtungsausschusses vor und beendete ihre Arbeit mit der Verabschiedung des „Kammergesetz ĂŒber die Heilberufe in der Pflege (PflegeKG)“ durch den niedersĂ€chsischen Landtag am 12. Dezember 2016.

Mitglied der Pflegekammer wird, wer die Erlaubnis hat die Berufsbezeichnung Altenpfleger/in, Gesundheits- und Krankenpfleger/in sowie Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in zu fĂŒhren und diesen Beruf in Niedersachsen ausĂŒbt.

Die Pflegekammer in Niedersachsen wird mit 70.000 Mitgliedern die grĂ¶ĂŸte der derzeitigen Pflegekammern in Deutschland sowie die grĂ¶ĂŸte Berufskammer in Niedersachsen sein.

Frauke Leupold, von 2010 bis 2015 Vorsitzende des BeKD e.V., wirkte im GrĂŒndungsausschuss mit und ist als stellvertretendes Mitglied im Errichtungsausschuss weiterhin nah am Geschehen. „Ich freue mich ĂŒber die jungen, aktiven Mitglieder im Ausschuss, die gemeinsam mit den Ă€lteren, erfahrenen KollegInnen den notwenigen Schritt zu mehr QualitĂ€t in der Pflege fĂŒr alle Menschen, die pflegerische UnterstĂŒtzung brauchen, gehen. Wir Pflegende wollen und mĂŒssen mehr Verantwortung fĂŒr die QualitĂ€t unserer Arbeit ĂŒbernehmen, deshalb benötigen wir die Pflegekammer fĂŒr die weitere Entwicklung der pflegefachlichen Perspektive.“

Unter den 20 ehrenamtlichen Mitgliedern des Errichtungsausschusses ist auch die Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin Freya StrĂŒwe. Die Pflegedienstleiterin in der Seeklinik Norderney gGmbH,

Zentrum fĂŒr Kinder- & Jugendrehabilitation, beendete ihre Ausbildung zur Kinderkrankenschwester an der Uniklinik MĂŒnster 1992, studierte von 1994-98 an der FH OsnabrĂŒck (heute HS OsnabrĂŒck) Pflegewissenschaft, arbeitete u.a. als Lehrerin fĂŒr Pflegeberufe, ist seit 1995 Mitglied im Berufsverband Kinderkrankenpflege und gehört dem Bundesverband Pflegemanagement an.

Frau StrĂŒwe, warum ist aus Ihrer Sicht als GKiKP eine Landespflegekammer wichtig?

Freya StrĂŒwe: „Mein Anliegen ist es zum einen, die Professionalisierung der Pflege voranzutreiben, dazu bedarf es auch einer wirkungsvollen Vertretung der Pflege gegenĂŒber Politik, Arbeitgebern, Ärzten etc. Wir PflegekrĂ€fte verfĂŒgen ĂŒber so viele pflegewissenschaftliche Erkenntnisse, die wir nicht oder nur unzureichend in der Praxis anwenden, weil es z.B. an Fachpersonal fehlt, oder wir delegieren an HilfskrĂ€fte, bspw. die Essenausgabe, was auch unseren ganzheitlichen Pflegeansatz erschwert. So fĂŒhlen sich Patienten schlecht versorgt. Ich erlebe immer wieder, dass PflegekrĂ€fte diese ZustĂ€nde bedauern, sich aber meist passiv verhalten. Ich möchte mich aktiv einsetzen, um die professionelle Pflege, die möglich ist, an den Patienten zu bringen. So sehe ich eine Pflegekammer als notwendige Konsequenz, weil es bislang viele Interessenvertretungen in der Pflege gibt, hinter denen zu wenige Mitglieder stehen und die es nicht schaffen, mit einer Stimme zu sprechen. Das ist aber erforderlich, um die Interessen der Pflege durchzusetzen und den Beruf attraktiv zu machen. Und das nicht nur auf Landesebene sondern auch bundesweit. Deshalb ist eine Landespflegekammer nur der erste Schritt, wir brauchen die Bundespflegekammer.“

Dr. Marion Diehl, Pressereferentin BeKD e.V.